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Seasons Greetings

Halifax - Während in Deutschland schon das Jahr 2008 begonnen hat, weiß ich immer noch nicht so genau was ich heut abend mache. Hier kann man übrigens mit dem Wort Silvester nichts anfangen. Kein Wunder - scheint ja laut Wikipedia auch alte germanische Wurzeln zu haben. Sowas wie Chinaböller gibt's hier leider auch nicht, da verboten. Dem entsprechend ruhig ist es auf den Straßen von Halifax. Man hört nur hin und wieder mal eine Polizeistreife vorbeifahren. Die Beschaffung von Bier verlief auch anstrengend. Ich musste ca. 30min anstehen um in einen Liquorstore reinzukommen. Denn hier kann man nicht - wie in Europa - an jeder Ecke Alkohol kaufen. Nein, hier gibt es staatlich kontrollierte Geschäfte. Diese werden von der NSLC ("Nova Scotia Liquor Commission") betrieben und haben praktisch ein Monopol über jeden Tropfen Alkohol.
NSLC spielt gleichzeitig die etwas unglaubwürdige Rolle des Predigers für verantwortungsvolles Trinken. Das Bild links stammt z.B. von einer NSLC Plastiktüte.
Ich hab mich entschieden. Ich gehe in meine Stammkneipe. Eintritt immerhin 10$ aber dafür gibt's wohl zwei Konzerte. Eine der Bands hat hier ihre Website. Vielleicht denk ich ja an meine Kamera (wäre das erste mal) und fange eine wenig die Stimmung ein.
P.S. Mein Vorsatz für 2008: xammm_com in eine gigantische Web 2.0 Social Community zu verwandeln und bis Jahresende Facebook sowie Myspace zu überholen. Die Domain (www.stalkingvz.de) dafür hab ich ja schon. Leute, das wird ganz großes Tennis!
ms

Sibirien ich komme?

Halifax - Ich hoffe meine Leser hatten alle ein schönes Weihnachtsfest. Hier in Halifax ist leider relativ wenig los, weil jeder "out of town" ist. Die meiste Zeit sitze ich also am Schreibtisch und denke nach.
Heute hatte ich jedoch die Chance auf einen kleinen Einblick in kanadische Weihnachtsbräuche. Vieles wusste ich natürlich schon - zum Beispiel, dass hier nicht das Christkind nicht die Geschenke bringt. Es ist nämlich Santa Claus, der hier am 25. Dezember nicht die Geschenke bringt.
Mein Vermieter hatte scheinbar Mitleid mit mir und hat mich zu seiner Familie geschleppt wo ich dann an einer großen Tafel mit lauter netten Leuten Truthahnbraten gegessen habe. Ich möchte an dieser Stelle nochmal die Aufgeschlossenheit der Kanadier hervorheben. Die Leute sind einfach locker drauf.



Ein kurzer Blick auf meine Bücher offenbart übrigens eines meiner nächsten Ziele. Ich habe mich für einen 4 wöchigen Kompaktkurs an der Polytechnic University in Tomsk, Russland im September angemeldet. Es ist zwar noch nicht zu 100% gesichert, dass ich wirklich daran teilnehme aber ich träume trotzdem schon von der Anreise mit dem Berlin-Warschau-Moskau Express und der anschließenden Fahrt mit der transsibirischen Eisenbahn nach Tomsk (daher der lonely planet Reiseführer).
Mal schaun, ob daraus wirklich was wird. Ich stand schon oft wartend auf den Zug nach Potsdam am Bahnsteig im Bahnhof Zoo und sah den Berlin-Warschau-Moskau Express am Bahnsteig gegenüber. Am liebsten wäre ich eingestiegen.
ms

Zwei neue Gadgets

Halifax - Mein erstes neues Gadget habe ich bei Value Village (Secondhandladenkette) erstanden und ist mindestens 30 Jahre alt. Eigentlich eine dumme Anschaffung, denn die Alarmuhr ist natürlich netzbetrieben (110 Volt) und dadurch in Deutschland nur für den Fall zu gebrauchen, dass mal die Zeit stehen bleibt.



Mein zweites neues Gadget ist wesentlich jünger als 30 Jahre und hört auf den Namen Sandisk Sansa View. Neben Fotos kann dieser mp3-player auch Videos auf dem 2.4" großen Bildschirm wiedergeben. Außerdem kann man mit microSD Karten den Speicherplatz (8GB) erweitern. Vor allem aber ist er wesentlich günstiger als ein iPod.
Da in meinem Zimmer ein Kamin steht, bin ich hin und wieder einer durch Vögel verursachten Lärmbelästigung ausgesetzt. Das kommt daher, dass sich manchmal eine Hand voll Vögel auf den Schornstein setzt und sich unterhält. Der Schall kommt dann ungehindert in mein Zimmer. Die naheliegendste Lösung ist natürlich einfach mal den Kamin anzumachen. Also bin ich in eisiger Kälte zum nächsten Canadian Tire (Baumarktkette) gegangen und habe eine Kiste (10kg) künstliches Holz für 15$ gekauft. Ich hatte noch 2 Tage später Muskelkater in meinen Armen vom tragen. Das Feuer war dann auch sehr gemütlich. Leider war die Qualmentwicklung nach wenigen Minuten so stark, dass man es im Zimmer nicht mehr ausgehalten hat und wenig später ging dann auch der Hausfeuermelder an. Es dauerte eine Weile bis wir einen Weg gefunden hatten, dass Ding zu entschärfen. Jetzt hör ich mir wieder brav die Vögel an.
ms

NTLDR ist wieder da

Halifax - Mein Computer geht wieder. Leider musste ich meine Festplatte formatieren und Windows XP neuinstallieren.
Dafür kann ich jetzt endlich wieder alte Kommissarfolgen sehen, die mir mein Bruder kürzlich geschickt hat (10 DVDs mit allen 97 Folgen). Die Vorliebe für diese grandiose TV Serie aus den Siebzigern mit Erik Ode als Kommissar Keller teile ich nämlich mit meinem Vater und meinem Bruder. Es folgt:

Eine Ode an Ode

Wenn man heutzutage die Glotze anmacht und sich etwa Sonntag abends einen Tatort anschaut, bekommt man relativ viel geboten. Neben dem eigentlichen Kern einer Krimiserie (dem Lösen eines Kriminalfalls) wird eingehend das Privatleben der Ermittler portraitiert. Da gibt es dann ständig persönliche Verbindungen zwischen Ermittler und Opfer sowie Liebesgeschichten zwischen Ermittler und Staatsanwaltschaft oder Gerichtsmediziner. Kaum eine Krimiserie kommt ohne diese Nebenkriegsschauplätze aus. Ein heutiger Krimi ist also irgendwie alles auf einmal: Krimi, Verschwörung, Liebesgeschichte, etc.
Beim Kommissar war das alles noch anders. Da wurde schlicht und einfach ein Fall gelöst. Ohne DNA-Tests, ohne Handyortung, ohne Sondereinsatzkommandos. Die Lösung der Fälle basiert also lediglich auf eingehender Untersuchung des sozialen Umfelds des Opfers. Dementsprechend wurden die Charaktere sehr intensiv gezeichnet was oft von einer hohen schauspielerischen Leistung begleitet wurde.
Das Lösen der Fälle bleibt natürlich immer dem Kommissar selbst vorbehalten. Das "Mastermind" legt dabei eine Selbstverständlichkeit und Lässigkeit an den Tag, die man gesehen haben muss.
Es ist der gesamte Zeitgeist der 70er, der mich begeistert: die Darstellung der Jugend als Gegenpol zur gesetzten älteren Generation, die Musik und die Schauplätze (alles wurde an Originalschauplätzen gedreht).
Sehr interessant sind auch die sozialen Normen im Umgang untereinander - vor allem zwischen Männern und Frauen. Auf der einen Seite wurde Höflichkeit noch groß geschrieben, auf der anderen Seite haben Frauen meist relativ wenig zu sagen. Außerdem rauchen und trinken die Ermittler und der Kommissar ständig während der Arbeitszeit.
Zuletzt sollte noch erwähnt werden, dass im Kommissar die Ermittler oft in einem BMW 02 zu ihren Einsätzen fahren. In diesen Momenten vermisse ich natürlich immer sofort mein Auto. Insgesamt ist die Serie "Der Kommissar" für mich eine amüsante Milieustudie in schönen schwarz-weiß Bildern.

Die Serie wird hin und wieder auf 3sat wiederholt. Wenn's wieder so weit ist, werde ich berichten. (Links: Titelmusik, Fanseite1, Fanseite2)



Themawechsel: Passend zum Link der Woche gibt es hier auf flickr weitere Fotos (diese sind aber nicht schmutzig), die ich z.T. für sehenswert halte. Ich bin darauf gestoßen als ich das Hopperbild "Nighthawks" gesucht habe, um es in der Bibliothek am Farbdrucker auszudrucken und in mein Zimmer zuhängen. Ich hab mich dann aber doch für das Original entschieden.
ms

NTLDR fehlt

Halifax - Leider ist seit ca. 10 Tagen mein Computer kaputt (Fehlermeldung: "NTLDR fehlt"). Er ist genau zwei Tage bevor ich meine Projektarbeit fertig haben musste kaputt gegangen. Ich musste also erstmal meine Dateien, die zu dem Projekt gehoeren, kopieren (was zum Glueck moeglich war) und in der Bibliothek weiterschreiben und programmieren. Leider kann ich ohne eigenen Computer auch keine neuen Links in die "Link der Woche" Datenbank schreiben.
Letzte Woche war dann auch die Verteidigung meiner Projektarbeit, was im Grossen und Ganzen ganz gut lief. Da mein Projekt aus der theoretischen Physik ist und die meisten Profs im Department Expermentalphysiker sind, konnten die sowieso keine grossen Fragen stellen. Heute war die zweite von vier Klausuren in der Vorlesung Optik und sie war sauschwer. Am Samstag Quantenmechanik II (auch schwer) und naechste Woche ist dann Differentialgeometrie (ein sog. take-home exam; wir haben also 2 Tage Zeit die Klausur zu hause zu bearbeiten). Und dann hab ich endlich frei!
Ein bischen Freizeit ist aber auch dringend noetig, denn in der letzten Woche war ich jeden Tag ca. 14 Stunden an der Uni. So viel wie hier hab ich in Deutschland noch nie gearbeitet...
ms
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